«Ice-Tea-Video» ist schweres Cybermobbing

April 5, 2013

Im Falle des im Dezember aufgeflogenen Video’s eines Mädchens das mit einer Ice-Tea-Pet-Flasche aus der Migros sexuelle Handlungen vornimmt, hat die Staatsanwaltschaft nun Klage gegen 11 Jugendliche eingereicht. Unzählige Jugendliche und Erwachsene sahen sich den Film an, viele teilten ihn auf Facebook. Das Video wurde gar gegen den Willen der jungen Frau von ihrem Ex-Freund ins Netz gestellt.

Für elf Jugendliche aus den Kantonen Zürich und Aargau hat der Fall nun Folgen: Sie müssen sich wegen des Besitzes von verbotener Pornographie verantworten. Zum Verhängnis wurde den Teenagern, dass sie den Film auf ihrem Handy gespeichert hatten.

Wer nur geteilt hat, wird damit frei ausgehen, wer aber eine Kopie erstellte und speicherte, wird eine Strafe erhalten. Denn das Video ist Kinderpornographie.

Weil die junge Frau, die in dem Video bei sexuellen Handlungen zu sehen ist, unter 16 Jahre alt war, ist die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung des Videos illegal – es handelt sich rechtlich betrachtet um Kinderpornographie. Gemäss dem geltenden Gesetz macht sich strafbar, wer solche Aufnahmen herunterlädt.

Der grösste Teil der Verfahren ist bereits mit Vergleichen und Strafen abgeschlossen worden, gab die Staatsanwaltschaft Zürich bekannt. Bestraft wurden die verurteilten Teenager mit einem mehrtätigen Arbeitseinsatz – etwa in einem Altersheim, Brockenhaus oder einer Küche.

Weitere zwei Jugendliche stammen aus dem Aargau. Auch sie sind mittlerweile wegen Besitzes von Kinderpornographie verurteilt worden.

Die junge Frau, die im Video zu sehen war und Opfer des Cybermobbings ihres Ex-Freunds wurde, stammt aus dem Kanton Zürich. Auch sie gehört zu den neun Teenagern, gegen die im Kanton ein Verfahren eröffnet wurde. Der Fall ist auch noch nicht abgeschlossen, denn schlussendlich ist hier noch nicht klar, ob das Mädchen nur leichtsinnig oder schuldig war.

Kinderpornografie auf Facebook aufgetaucht

März 21, 2013

Auf Facebook gab es einen gröberen Vorfall mit Kinderpornografie, der auch in der Schweiz tausende Mal geteilt wurde. Es handelt sich um ein Video in dem Missbrauch eines Mädchens durch einen Mann zu sehen war. Die ersten Teilungen waren vor allem ein Aufruf, Kinderpornografie wie im Fall des Beispielvideos zu verbieten und strafbar zu machen, tausende von Menschen folgten dem Aufruf und es dauerte viele Stunden bis Facebook das Video löschte.

Damit hat sich Facebook enorm blamiert und ebenso strafbar gemacht wie jeder, der das Video in seine eigene Timeline teilte und kommentierte. Weder die Likes des Videos noch die Teilungen sind wirklich in dem Sinne verwendet worden wie es von Facebook gedacht war, zumal der Inhalt des Videos massiv ist.

Tausende von Facebook-Usern waren schockiert von der Tatsache, dass man auf Facebook solch ein Video hochladen kann und tausende haben die Polizei eingeschaltet. Die Polizei mehrerer Staaten hat das Video von Facebook löschen lassen und teilweise ist das sogar gut gegangen. Es gibt scheinbar aber immer noch Möglichkeiten das Video zu sehen, das hat aber wohl mit den persönlichen Einstellungen im Browser zu tun.

Digitale Selbstverteidigung ist das Thema

März 18, 2013

Nicht einfach nur Sicherheit im Internet und auf sozialen Plattformen ist das Thema, der Trend geht nun gar schon etwas tiefer. Digitale Selbstverteidung ist das Ausweichen oder bewusste „Faken“ von sozialen Datenprofilen, damit der Datenfluss ins Stocken kommt oder gar unauswertbare Daten ergibt.

Dem Trend zu folgen ist nicht ganz einfach, man muss sich dazu auch bewusst werden, wieviele Daten überhaupt gesammelt werden. Der Hype im Internet ist gross und auch der Hype in den Social Media Plattformen ist riesig. Wer sich als Wissender im Internet bewegt, bewegt sich auch deutlich anders als Unwissende und Frischlinge. Allerdings legen die meisten nur Wert darauf, die Datensammler nicht mit zu viel Material zu versorgen und der Trend geht nun in genau die andere Richtung.

Statt nicht zuviel Daten weiter zu leiten öffnet man sich mit Absurdistan, damit kommen die Datensammler weniger klar als mit klaren Datenerfassungen. Wer zum Beispiel bei Amazon Bücher kauft hinterlässt eine Datenspur, wenn man aber dann den Kollegen mit dem gleichen Account aber anderen Interessen arbeiten lässt, wird die Datenspur korrupt. Auch mit Cumulus-Karten kann man falsche Datenströme legen, in dem man die Karten mit den Nachbarn tauscht und so für Absurde Daten sorgt.

Es gibt sogar Stimmen, die behaupten, man müsse auch den Spammern so begegnen aber damit schafft man nur mehr Spamm und nicht weniger.

Ein interessanter Artikel zum Thema ist im Tagesanzeiger.ch erschienen: http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Wir-Internetnutzer-sind-alle-Little-Brothers/story/15880781

 

Google+ wird für Unternehmen immer wichtiger

März 11, 2013

Vor zwei Jahren hat Google mit Google+ eine Konkurrenz gegen Facebook aus der Taufe gehoben, laut eigenen Angaben hat man bei Google+ nun 500’000 Nutzer geschafft. Rund die Hälfte davon ist gar auf der Platzform regelmässig aktiv.

Damit liegen die Nutzerzahlen weit hinter dem Haupt-Konkurrenten Facebook aber trotzdem ist Google+ heute wichtiger denn je. Denn mit der Datenbasis des Google-Dienstes wird auch das Suchmaschinenergebnis verknüpft. Damit ist ein gepflegter Google+-Account in der heutigen Zeit viel Geld wert, weil die Inhalte das Suchergebnis der Firma beeinflussen. Will man weit vorne landen, muss man die wichtigsten Begriffe in Google + integrieren und einbauen und das ist nicht so schwer.

Kommt hinzu, dass Google+ in vielen Punkten anders arbeitet als Facebook und sehr viele interessante Ideen angestossen hat. Mit raffinierten Privatsphäre-Einstellungen wie den Kreisen setzt Google+ neue Massstäbe im Hinblick auf Usability und die Relevanz der Freunde, womit schon sehr deutlich wird, wo sich Facebook und Google+ unterscheiden.

Google gibt dem User viel mehr Möglichkeiten ohne das die Sache zu komplex wird. Das ist cool und störend zugleich. Berücksichtigt man die Relevanz bei den Suchergebnissen, muss man als Unternehmen aber zwingend einsteigen und ein Profil anlegen.

Ich habe dazu ein Datenabo für Unternehmen ausgearbeitet, mit dem Firmen Inhalte bei uns buchen. Täglich oder wöchentlich ein Update ist zwingend wichtig in der heutigen Datenwelt, wir machen das für Sie!

Blick-Kampagne zu mehr Schutz im Internet

Februar 11, 2013

Im Blick fährt die Redaktion derzeit eine Kampagne gegen Sex-Attacken im Internet. Dabei werden Fälle aufgezeigt, die symptomatisch sind für Facebook und Co. Idioten, die meist männlich, meinen mit Sexbilder versenden kann man eine 16-jährige gewinnen. Deshalb beklagen sich immer mehr Kids über solche Attacken die im wochenrythmus oder noch schneller eintreffen.

Einige Tipps aus dem Blick und von mir erneut die Forderung, der Plattform Netlog nicht (!) beizutreten:

Zitat aus dem Blick: „Die stellvertretende Geschäftsleiterin der Schweizerischen Kriminalprävention, Chantal Billaud (46), erklärt, wie man Kinder vor den Gefahren des Netzes schützen kann.▶ Altersgerechte Netzwerke finden. «Soziale Netzwerke wie Facebook werden erst ab 13 Jahren empfohlen. Das ist auch gut so, da sie nicht überwacht sind. Kinder unter 13 sollten gut abgesicherte Netzwerke wie Zambo oder Spick benutzen.»

▶ Je jünger das Kind, desto stärker die Aufsichtspflicht. «Eltern sind in der Pflicht, den Internetauftritt und die Kontakte ihres Kindes zu kontrollieren. Sie sollten mit dem Kind zusammen den Account erstellen und zusehen, dass sie mit einem eigenen Account als Freund akzeptiert werden.

Zudem gilt: Der PC gehört nicht ins Kinderzimmer, sondern ins Wohnzimmer. So merkt man schnell, wenn das Kind etwa hektisch die Seite wechselt, wenn ein Elternteil den Raum betritt. Bei Teenagern sollte man die Sicherheitseinstellungen der Facebook-Accounts ab und zu überprüfen. Den Kindern ist deutlich zu machen, dass das Netz ein öffentlicher Raum ist. Stelle nichts ins Netz, was du nicht auch morgen am schwarzen Brett in der Schule sehen willst.»

▶ Gefahren aufzeigen, ohne Angst zu machen. «Sinnvoll ist es, Kindern das Internet mit dem Beispiel der realen Welt zu erklären. Das Netz ist wie eine grosse Stadt. Es gibt böse und gute Menschen. Ungefährliche und gefährliche Gegenden, in denen man sich nicht aufhalten sollte. Die oberste Regel: Treffe dich nie mit einer Internet-Bekanntschaft alleine und nie an einem privaten Ort.»

▶  Im Internet ist nicht jeder die Person, die er vorgibt zu sein. «Im Berner Fall hat sich der Mann als junges Mädchen ausgegeben. Eltern können mit ihren Kindern gemeinsam ein   Fake-Profil einrichten, um ihnen zu zeigen, wie einfach das geht.»

▶ Wird der Chat sexuell, sofort beenden. «Pädosexuelle leiten das Gespräch meist recht schnell auf Sex – ‹Bist du alleine zu Hause?› oder ‹Hast du schon Brüste?› sind Standardfragen. Die Eltern müssen dem Kind deutlich machen, dass sie bei solchen Anzeichen den Chat sofort beenden müssen. Aber auch wenn ein Kind das einmal nicht getan hat, ist es nicht seine Schuld. Die Kinder müssen immer das Gefühl haben, dass sie ihren Eltern alles erzählen können, ohne Angst zu haben, ein PC-Verbot zu bekommen.»“

der Artikel im Blick: http://www.blick.ch/news/schweiz/so-schuetzen-sie-ihr-kind-vor-missbrauch-im-internet-id2197571.html

Berner Pädophile schnappt sich 44 Opfer im Internet

Februar 5, 2013

Ein Berner Handwerker hat seit 2009 insgesamt 44 Knaben mit Sexbildern erpresst und die Jungen zum Teil sogar zu sexuellen Handlungen gezwungen. Er gab sich auf Facebook als junges Mädchen aus und suchte so Kontakt zu den Knaben. Über den Facebook- und MSN-Chat schickte der Pädophile den Teenagern dann Nacktbilder und Porno-Videos, auf denen angeblich das junge Mädchen zu sehen war.

Wer in die Falle tappte und die Videos angesehen hatte, musste dann auch von sich selbst Material schicken und einige machten das auch. Mit diesem Material erpresste der Phädophile die Knaben dann und verlangte immer mehr, zum Teil ging es bis zum Treffen mit gegenseitigen sexuellen Handlungen.

Die Polizei konnte bislang etwa 44 Opfer ausfindig machen, die meisten sind Jugendliche zwischen 15 bis 17 Jahren. Woher die Jugendlichen sind wurde aber nicht bekannt gegeben, das läuft unter Opferschutz.

Der Pädophile Täter gab sich bei einigen Opfern auch als Onkel des Mädchens aus, der dem Mädchen einen Sexpartner zu suchen habe. Er versprach den Jungen, sie dürften mit dem vermeintlichen Mädchen Sex haben, wenn sie zuerst mit ihrem Onkel sexuelle Handlungen vornähmen. Dieser habe dem Mädchen nämlich versprochen, ihr einen Roller zu schenken, wenn sie ihm einen Buben als Liebesdiener bringe. Einzelne Knaben liessen sich auf diesen perversen Deal ein.

Zwei Jahre lang trieb der Täter sein Unwesen und war in vielen, all zu vielen Punkten erfolgreich. Die Knaben hatten zu grosse Angst vor einer Veröffentlichung der Bilder und Videos, so blieb der Vorgang lange geheim. Im August 2011 meldete sich dann das erste Opfer anonym und füührte die Polizei zu einem Treffen beim Schulhaus, dort wartete dann die Polizei auf den Täter.

Seit 2011 ist der Täter verhaftet und im vorgezogenen Massnahmenvollzug, weil er schon wegen Sexualdelikten vorbestraft war. Nun läuft eine weitere Anklage wegen den jüngsten Fällen.

Einmal mehr muss man sich wundern, dass Jugendliche auf ein Fakeprofil herein fallen. Die Polizei warnt erneut davor, persönliche Daten weiter zu geben, Bilder zu verteilen und sexuelles Material zu teilen. Auch im Chat ist man nicht sicher, weil ein Chat kopiert und aufgezeichnet werden kann.

Kurztipps zum sicheren Verhalten im Internet

Februar 5, 2013

Zum europäischen Datenschutztag hat die EU-Kommission einige Tipps zusammengestellt, die man berücksichtigen sollte:

1. Wo hinterlasse ich beim Online-Surfen Daten?
Die offensichtlichste Möglichkeit, im Netz persönliche Daten anzugeben, ist das Ausfüllen von Formularen auf Internetseiten – für Gewinnspiele, Newsletter, beim Einkaufen und auch beim Onlinebanking. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing und Linked In, dort legen Nutzer persönliche Profile an und verbinden sich virtuell mit Freunden, Verwandten und Kollegen.

Internetnutzer geben beim Surfen aber auf vielen Internetseiten Informationen preis, ohne es zu merken: Bei jedem Besuch einer Website wird die sogenannte IP-Adresse des Computers für den Betreiber der Seite sichtbar. Daraus lässt sich grob die geografische Herkunft ablesen. Daneben platzieren Websites häufig Miniprogramme – sogenannte Cookies – in Internet-Browsern, mit denen die Seitenbetreiber das Surfverhalten der Nutzer studieren können.

2. Gibt es überhaupt Daten, die Konsumenten im Netz angeben müssen?
Um von einem Anbieter Informationen per E-Mail zu erhalten, ist nur die Angabe der E-Mail-Adresse nötig. – Meist wird aber die ganze Adresse verlangt, oft auch Geburtsdatum und andere Angaben. Anbieter von Gewinnspielen etwa sammeln teils mehr Daten, als sie benötigen, um diese dann weiterzuverkaufen. Wer online einkauft, muss andererseits natürlich seine Adresse angeben und oft auch seine Bankverbindung oder Kreditkartennummer.

3. Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?
Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten angeben. Dabei muss man sich überlegen, was man preisgeben will und kann auch meist entscheiden, wer die Daten lesen darf. Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben.

Kritisch sind Fotos aus dem Privatleben. Arbeitgeber sehen so, was am vergangenen Wochenende geschehen ist und können auch den Typ Mensch anders beurteilen. Der beste Datenschutz ist solche Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Man muss sich zudem bewusst sein, das nachträgliche Löschen von Daten löscht nicht alle Spuren der Daten.

4. Was passiert mit den Daten, die im Internet gesammelt werden?
Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet häufig auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten- und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

5. Wie kann ich meinen Computer grundsätzlich sicherer machen?
Generell sollten auf jedem Computer, der zum Surfen im Internet und für Bankgeschäfte verwendet wird, ein Antivirenprogramm und eine Firewall installiert sein. Entsprechende Programme gibt es kostenlos im Internet. Die Programme müssen genauso wie das Betriebssystem und der Browser, der zum Betrachten von Internetseiten verwendet wird, regelmässig aktualisiert werden.

6. Was sollte ich bei Passwörtern beachten?
Passwörter sind der erste wichtige Schritt zum Schutz persönlicher Daten. Sind sie zu leicht zu knacken, können Unbefugte etwa E-Mails lesen, Umsätze im Onlinebanking ansehen oder sich in die Konten anderer bei sozialen Netzwerken einloggen. Sichere Passwörter enthalten möglichst Klein- und Grossbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Je länger sie sind, desto schwieriger sind sie zu knacken. Zur Sicherheit sollte nicht immer dasselbe Passwort verwendet werden.

Spyware am Arbeitsplatz ist und bleibt verboten

Januar 31, 2013

Auch wenn während der Arbeitszeit privat gesurft wird, dürfen Arbeitgeber keine Spyware einsetzen. Damit hat das Bundesgericht in Lausanne nun ein abschliessendes Urteil gesprochen und einen Arbeitgeber dazu verurteilt, eine Kündigung als missbräuchlich aufzuheben. Zuvor hatte schon das Verwaltungsgericht des Kantons Tessin die fristlose Entlassung des stellvertretenden Kommandanten einer regionalen Zivilschutzorganisation für ungerechtfertigt erklärt, denn die Beweise für privates Surfen am Arbeitsplatz hatte man mit einer Spionagesoftware erhoben.

Der Arbeitgeber hatte während dreier Monate sämtliche Computer-Aktivitäten im Geheimen aufzeichnen lassen, dabei wurden auch vertrauliche, geheime und private Vorgänge erfasst. Daraufhin konnte nachgewiesen werden, dass der Arbeitnehmer einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit für nicht berufliche Zwecke einsetzte. Das führte zur fristlosen Entlassung, was aber angefochten wurde.

Laut einstimmig ergangenem Urteil der I. Sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts verstiess der Einsatz der Spyware gegen die Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (Art. 26). Zudem ist das Gebot der Verhältnismässigkeit verletzt. Das Bundesgericht empfahl eine Sperrung des Internets oder einzelner Webseiten und andere Massnahmen, eine Spyware sei im normalen Firmenumfeld nicht statthaft.

Urteil 8C_448/2012 vom 17. 1. 13 – BGE-Publikation

Facebook-Täter muss zehn Jahre ins Gefängnis

Januar 31, 2013

Ein Zürcher Informatiker hat übers Internet zwei minderjährige Schülerinnen in eine Falle gelockt und sexuell missbraucht. Dafür kassierte er zehn Jahre Gefängnis, ging aber in Berufung. Nun wurde die Berufung zurück gezogen und der Täter wird seine Strafe antreten.

Der Täter hatte im Herbst 2009 eine 15-jährige Schülerin über das Internet angelockt und am Treffpunkt maskiert vergewaltigt und traumatisiert. Ein Jahr später lockte er eine 14-jährige Schülerin in die Falle und vergewaltigte sie ebenfalls. Dabei hatte er aber ein SMS hinterlassen, durch das man dem Täter schnell auf die Schliche kam.

Nun ist die Verurteilung amtlich und wegen der mittleren bis hohen Rückfallgefahr des gefährlichen Triebtäters ordnete das Gericht während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie an. Mit dem Urteil wurde der Täter nun verpflichtet, für beide Opfer nicht nur grundsätzlich einen Schadenersatz, sondern auch hohe Schmerzensgelder von 20’000 Franken und 6’000 Franken zu bezahlen.

Facebook-Button auf der eigenen Webseite kann Datenschutz verletzen

Januar 14, 2013

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeits­beauftragte (EDÖB) ist nach einem Artikel von Rechtsanwalt Oliver Staffelbach der Auffassung, dass Besucher von Websites mit eingebundenen Social Plug-Ins von Facebook und Co nicht nur informiert werden müssen, sondern zudem ihre Zustimmung zur Datenbearbeitung erforderlich ist. Dies deshalb, weil Facebook bereits mit dem eingebundenen Like-Button die Besucherströme von Seitenbesuchern erhebt, egal ob diese den Like-Button nutzen oder nicht.

In seinem 19. Tätigkeitsbericht empfiehlt der EDÖB Websitebetreibern gemäss O. Staffelbach bei der Einbindung von Social Plug-Ins die sogenannte Zwei-Klick-Lösung wie der Verlag Heise Online in Deutschland das umsetzt. Bei dieser Lösung werden der Like-Button und die Datenübertragung an Facebook nicht bereits mit dem Aufrufen der entsprechenden Website aktiviert, sondern erst nach einem weiteren Klick. Der Like-Button ist also vorerst deaktiviert. Eine Verbindung zu Facebook wird erst hergestellt, nachdem der Besucher der Website dazu sein Einverständnis erteilt hat.

Es gibt datenschutzrechtliche Argumente für diese Sichtweise des EDÖB, es gibt aber noch kein Urteil und solange niemand mit der Datenerhebung geschädigt wird, ist ein klärender Gerichtsentscheid in weiter Ferne.

Die Tipps von Oliver Staffelbach im Zitat:
„So verhalten Sie sich bei der Verwendung von Like-Buttons rechtskonform:

  • Aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben muss der Besucher der Website über die Erhebung der Daten und deren Verwendung informiert werden. Dies kann insbesondere im Rahmen einer Datenschutzerklärung erfolgen.
  • Der EDÖB scheint davon auszugehen, dass zusätzlich zur Informationspflicht die Einwilligung des betroffenen Besuchers zur Datenbearbeitung eingeholt werden muss. Es gibt gute Argumente gegen die Sichtweise des EDÖB. Gerichtliche Entscheide bestehen derzeit noch nicht.
  • Die Einwilligung des betroffenen Besuchers kann insbesondere mit der sogenannten Zwei-Klick-Lösung erlangt werden. Diese Lösung ist derzeit noch nicht verbreitet. Wer jegliche datenschutzrechtliche Risiken vermeiden will, kommt um sie jedoch nicht herum.“

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